Kurzbeschreibung

Derzeit studieren circa 21.000 Studierende an der Université catholique de Louvain. MSM Studierende können hier an der Fakultät für Wirtschafts-, Sozial- und Politikwissenschaften studieren. Der Ort Louvain-la-Neuve liegt 30 Minuten in südöstlicher Richtung von Brüssel. In Louvain findet seit 1976 einmal jährlich das bekannte Radrennen "24 heures vélo de Louvain-la-Neuve" statt.

Voraussetzungen

Die sprachlichen Vorraussetzungen können hier eingesehen werden. Neben diesen benötigen Bachelorstudierende beim Start ins Auslandssemester 60 ECTS Credits (bei der Bewerbungsabgabe müssen Studierende noch keine 60 ECTS Credits nachweisen). Für Masterstudierende gibt es hierfür keine Vorgabe. Der Notendurchschnitt muss bei Bachelor- und Masterstudierenden 3,3 oder besser betragen.

Bewerbung

Alle benötigten Materialien/Informationen zur Bewerbung können hier eingesehen werden. Die Bewerbungsfristen sehen Sie hier.

Kursangebot/Vorlesungssprache

Bachelor- und Masterkurse werden hier in englischer und französischer Sprache angeboten.

 

Programm: Semesteraustausch
Level: Bachelor und Master
Studiengebühren: Nein
Unterrichtssprache: Englisch und Französisch
Notenvoraussetzungen: Notendurchschnitt von 3,3 oder besser
Sprachvoraussetzungen: hier

Erfahrungsberichte

Erfahrungsbericht WS 18/19

 

Allgemeines:

Die Université catholique de Louvain (im folgenden UCL genannt) ist eine freie katholische Universität mit Hauptsitz in Louvain-la-Neuve, Belgien. Die Universität verfügt jedoch über Campi in der gesamten belgischen Region Wallonie, welche alle französich sprachig sind. Die Studierenden der Universität Duisburg-Essen kommen für gewöhnlich an den Campus in Mons (im folgenden UCL Mons genannt). Mons (heißt auf deutsch “Bergen”, also nicht vom Navi verwirren lassen) ist die Hauptstadt der wallonischen Provinz Hennegau. Die mehrheitlich frankophone Stadt ist seit dem 31. März 1967 Sitz des militärischen Hauptquartiers der NATO, SHAPE und von historischer Bedeutung. Sie lockt daher trotz ihrer eher geringen Einwohnerzahl (50.000) bedeutende Persönlichkeiten an und ist Austragungsort einiger Events. Der Campus der UCL Mons liegt zu Fuß ungefähr 20 Minuten außerhalb des Stadzentrums, wem das zu weit ist, der kann den regelmäßig verkehrenden Bus nehmen.
Die UCL Mons hat nur etwa 800 Studierende in mehreren Fachrichtungen. Die einzelnen Fachrichtungen sind ähnlich wie Schulklassen organisiert. Die Studierenden haben einen Stundenplan und besuchen alle Kurse gemeinsam. Im Masterstudium sind die Kurse wirklich sehr klein (7 – 20 Studierende), was aber den Vorteil hat, dass ihr sehr viel mit euren Professoren interagieren könnt und keine Fragen offen bleiben. Allgemein ist das Prinzip der Universität nicht mit der in Deutschland zu vergleichen. Der Begriff “Schule” trifft da schon eher zu! Ihr werdet Anwesenheitspflicht haben, Noten für mündliche Beteiligung bekommen, viele Referate halten und Gruppenarbeiten absolvieren. Insbesondere die Gruppenarbeiten sind kritisch zu sehen, da die belgischen Studierenden in der Regel nicht mit euch zusammenarbeiten wollen und ihr vermutlich auch nicht mit ihnen, da grundsätzlich nichts geplant wird und das Prinzip “Vier bleibt hier” wahrlich gelebt wird.
Alles was euch in der Uni nervt zeichnet die Belgier in ihrer Freizeit allerdings aus. Sie haben immer Zeit ein bischen zu plaudern und euch kennenzulernen. Wenn ihr euch Mühe gebt Französich zu sprechen, verstehen sie auch gleich besser Englisch! Allgemein sind alle sehr offen und Zeit für ein Bier ist auch immer.

Die Mitarbeitenden im International Office sind alle sehr freundlich und hilfsbereit. Offizielle Informationen und Mitteilungen kommen jedoch immer auf Französich und werden auch deutlich schneller bearbeitet, insofern ihr auf Französich antwortet. In persönlichen Gesprächen hat sich immer wieder gezeigt, dass dies nicht am Willen der beteiligten liegt, sondern an ihren Fähigkeiten. Falls ihr also irgendein Problem habt, solltet ihr entweder selbst gut französisch sprechen oder einen “Dolmetscher” dabei haben. Dafür eignen sich eure zugewiesenen “Buddys” sehr gut. Bei ihnen handelt es sich meist um zweisprachig aufgewachsene Freiwillige, die euch während eures gesamten Aufenthaltes dort unterstützen.

Die Organisation eurer Kurse läuft sehr chaotisch ab. Also, in typisch deutscher Manier Monate im voraus zu planen, ist zwar theoretisch möglich, klappt aber in der Praxis kaum. Ich würde euch dringend empfehlen, dass ihr euch, sobald ihr die Zugangsdaten habt, bei “student corner” anmeldet. Darüber läuft wirklich alles was eure Kurse betrifft!

Innerhalb Europas ist eine Krankenversicherung nicht zwingend notwendig. Es lohnt sich der Abschluss einer privaten Zusatzkrankenversicherung für den Auslandsaufenthalt.

Kurse:

Kurs1: International Crisis and Conflicts, 5 Credits
Politikwissenschaftlicher Kurs, in welchem das Zustandekommen und die Interessen verschiedener Länder in internationalen Konflikten auf Basis theoretischer Grundlagen analysiert wurden. Als Prüfung musste jeder Studierende eine schriftliche Arbeit über einen von ihm analysierten internationalen Konflikt anfertigen und präsentieren.
Sehr lehrreicher Kurs von einem wirklich guten Professor gehalten, absolut empfehlenswert!

Kurs2: International Strategic Management, 5 Credits
Wirtschaftswissenschaftlicher Kurs über Anwendungsfälle des strategischen Managements. Grundlagen werden vorausgesetzt.
Arbeitsintensiver, aber praxisorientierter Kurs mit vielen Hausaufgaben und Präsentationen.

Kurs3: Political Theories and Systems of the European Union, 5 Credits
Politkwissenschaftlicher Kurs über die Institutionen der Europäischen Union und deren Zusammenwirken in der europäischen Politik. Analytische Herangehensweise auf Basis theoretischer Grundlagen.
Sehr viele Präsentationen in Gruppen und Tests, starke Abhängigkeit von der Gruppe in der ihr arbeitet.

Kurs4: Product and Innovation, 5 Credits
Wirtschaftswissenschaftlicher Kurs, welcher in Deutschland eher ein Seminar wäre. In einer Gruppe aus vier Studierenden wird ein Unternehmen gesucht, welches eine Innovation auf den Markt bringen möchte. Für dieses wird eine Umfrage bezüglich der Markttauglichkeit durchgeführt und ein Report darüber geschrieben. Sehr knapp bemessener Zeitrahmen und definitiv gute französische Sprachkenntnisse erforderlich.

Stadt:

Waltrudiskirche Collégiale Sainte-Waudru: Die Waltrudiskirche wurde 1460 – 1589 im Stil der Gotik erbaut. Das Bauwerk enthält Arbeiten des Bildhauers Jacques Du Brœucq und den „Goldenen Wagen“ (Car d’Or, 1781).
Belfried (Le Beffroi): Der Belfried wurde 1661 – 1672 im Stil des Barock erbaut und ist das Wahrzeichen der Stadt.
Rathaus: Das spätgotische Rathaus wurde 1440 – 1443 erbaut.
Museum der schönen Künste (Musée des Beaux-Arts)
Vincent van Gogh-Haus: das Vincent van Gogh-Haus befindet sich im nahegelegenen Dorf Cuesmes
Hippodrome de Wallonie: Pferderennbahn, auf der sowohl Galopprennen, als auch Trabrennen stattfinden.
Das wahre Highlight sind aber die Bars und die Menschen!

Falls ihr mit der Bahn oder dem Flugzeug anreisen wollt, organisiert euch am besten jemanden der euch abholt, da der Bahnhof genau am anderen Ende der Stadt liegt.
Bei der Anreise mit dem Auto solltet ihr bedenken, dass die Verkehrsführung sich in Belgien deutlich von der in Deuschland unterscheidet. Von der Autobahn habt ihr es aber nicht allzuweit zum Campus.

Unterkunft:

Die Buchung eines Zimmers im Studentenwohnheim läuft extrem einfach, über ein Kontaktformular auf der Website, ab. Sie ist ca. 5 Minuten vom Campus entfernt und kostet 275 € im Monat.

Über die Qualität müsst ihr selbst entscheiden-Ihr werdet mit neun anderen Studenten in einem Haus untergebracht. Die Zimmer sind sauber und möbliert sowie mit einem Waschbecken ausgestattet. Toiletten und Duschen befinden sich auf dem Gang und werden gemeinschaftlich genutzt. Jeden zweiten Tag kommt eine Reinigungskraft, weshalb auch der Rest der Wohnung immer in akzeptablem Zustand ist.

Die Lebenshaltungskosten sind ähnlich wie in Deutschland, eventuell ein wenig teurer.

Freizeit:

Freiwillige des ESN waren stets bemüht Reisen zu organisieren, einige davon wurden jedoch kurzfristig abgesagt, verschoben oder verkürzt. Die Organisation läuft insgesamt nicht wirklich rund! Falls ihr also wirklich was erleben wollt, organisiert euch selbst über Sehenswürdigkeiten und mögliche Aktivitäten.
Events in Mons, wie Bowling, Card fahren oder Pub Crawls haben hingegen besser funktioniert!

Gibt es Partys? JA! In der Innenstadt kann an jedem Tag gefeiert werden und auch an der Uni werden oft Partys organisiert. Aber Achtung an den Wochenenden ist die Stadt wie ausgestorben, da die Belgier alle zu ihren Eltern nach Hause fahren.

Fazit:

Besonders gut hat mir gefallen, dass sie Mensche, insbesondere meine Mitbewohner, so offen und herzlich waren.